Die vorerst letzten Tage in Spanien

Nach Sevilla machen wir noch einen Stopp ganz in der Nähe, in Santiponce, um uns Itálica, eine römische Ruinenstadt anzusehen. Man kann dort unter anderem das drittgrößte Amphietheater des römischen Reiches bestaunen. Es ist beeindruckend, schön wäre eine deutsche oder wenigstens englische Beschreibung zu den ganzen ehemaligen Gebäuden vor Ort gewesen oder ein Plan zur Orientierung mit entsprechenden Beschreibungen. Es gibt einen Videoraum, in dem ein Film läuft, in dem die Stadt mit einem Computerprogramm rekonstruiert wurde. Es gibt auch einige Erklärungen dazu und englische Untertitel. Das Wetter spielt dieses Mal nicht so mit, es ist regnerisch, windig und verhältnismäßig kalt. Daher sehen wir uns nicht das ganze Areal an, sondern kehren schnell wieder zum Wohnmobil zurück. Kurz bevor wir weiter fahren, gehen wir noch eine Runde spazieren und sehen uns noch eine alte römische Theaterruine an, die wir vom Zaun aus betrachten können. Im Sommer finden hier Aufführungen statt, jetzt leben viele freilebende Katzen dort. Dann sprach uns noch ein französisches Wohnmobil Paar an und wir tauschen noch einige Tipps und Informationen aus.

 

In Carmona kommen wir etwas später als geplant an, da wir den Stellplatz nicht finden können. Wir nehmen einen alternativen Stellplatz aus unserem Reiseführer mit Blick direkt auf das Stadttor Puerto de Córdoba. Obwohl es schon sehr spät ist (für deutsche Verhältnisse, für spanische Verhältnisse liegen wir noch total im zeitlichen Rahmen), kochen wir noch wie versprochen Abendessen, Nudeln mit Tomatensoße. Luis löst nämlich freudestrahlend seinen Gutschein ein, den er von uns als Weihnachtsgeschenk bekommen hatte: Eine Woche lang jeden Tag Nudeln mit Tomatensoße. Wir sind schon gespannt, ob er danach noch Nudeln sehen kann. Am nächsten Tag sehen wir uns den sehr schönen Ort an. Die Kinder sind eine ganze Weile beschäftigt, weil sie begeistert die Pfeile auf dem Boden suchen, die die „Ruta Turistica“ anzeigen. Die Straßen sind teilweise so eng, dass wir in die Häuser- und Garageneingänge zurück weichen müssen, wenn ein Auto vorbei fährt. Mir fallen so einige Autos mit Kratzspuren und Dellen auf, die bestimmt von Häuserwänden stammten. Am nächsten Tag machen wir noch eine Wanderung zu Höhlen und zu einer alten Brücke außerhalb des Städtchens.

Stadttor Puerto de Córdoba.

T-Rex hat auch Spaß!

 

In Palma del Rio wird gerade der Stellplatz geebnet, weil es hier aber einen großen Spielplatz gibt und die Kinder gerne hier bleiben wollen, parken und übernachten wir an einer Seitenstraße. Am nächsten Tag gehen wir zu dem hiesigen Markt, in der Hoffnung, dass es dort viele Leckereien geben würde, aber es gibt hauptsächlich Klamotten und etwas Haushaltswaren. Weil ich Nackenprobleme habe und mich etwas ausruhen wollte, fahren wir weiter auf einen offiziellen Stellplatz in El Higuera, in der Nähe von Córdoba, der von einer Bäckerei zur Verfügung gestellt wird. Hier bleiben wir nur eine Nacht, weil wir hoffen, wieder einen schöneren Platz zu finden. Auf der Weiterfahrt machen wir Halt auf einem schönen Parkplatz mit Spielplatz mitten im Grünen, weil nach dem langen, steilen Weg der Motor schon ziemlich heiß war. Die Kinder haben wieder viel Spaß und ein paar Kilometer weiter finden wir dann einen Stellplatz in Los Villares. Es ist ein Parkplatz im Grünen, es sind hier auch Beschilderungen mit Wanderwegen, die sich aber eher für kurze Spaziergänge eignen. Trotzdem ist es dort erholsam, es gibt hier einen Spielplatz, viele Grillstellen und es ist viel Platz zum Bogenschießen.

Von den einzigen Wohnmobilnachbarn erfahren wir, dass sie an diesem Tag Prozessionsraupen gesehen haben und zeigen uns ein Foto. Jetzt wissen wir endlich, was diese großen watteartigen Nester in den Pinien verbergen, die wir schon seit Frankreich entdeckt haben! Glücklicherweise war keines zu erreichen für die Kinder. Dort wachsen nämlich die Raupen des Pinien-Prozessionsspinners heran und die haben Brennharre, damit ist nicht zu spaßen. Die Berrührung damit soll äußerst schmerzvoll sein und das tagelang, bei Hunden und Katzen können die Vergiftungen in der Schnauze sogar so heftig ausfallen, dass z.B. ein Teil der Zunge amputiert werden muss. Von Januar bis April verlassen die Raupen ihre Nester und wandern aneinandergereiht am Boden entlang. So schützen sie sich vor Fressfeinden, da sie sie für eine Schlange gehalten werden. Lebende haben wir noch keine gesehen, aber einige zertretene. Auch in den Nestern sind noch genügend dieser Brennhaare enthalten, die Wirkung hält noch Jahre an.

Ein Nest der Raupen des Pinien-Prozessionsspinners.

In Córdoba entscheiden wir uns dann für einen Stellplatz, auf dem man für eine Stunde Strom bekommen konnte, weil wir wieder mal alles aufladen mussten. Stellplatz und Strom sind zwar sehr teuer, aber der Campingplatz ist noch teurer und der Stellplatz ist Nahe an der schönen Altstadt gelegen. Auch Córdoba ist ein Besuch wert, sie soll die heimliche Hauptstadt Andalusiens sein. Wir besichtigen aber wieder eher langsam und wenig und lassen uns mehr treiben. Man sieht auch hier sehr viele arabische Einflüsse.

 

Wir fahren die gleiche Strecke nach Sevilla zurück, weil wir wieder an die Küste und uns langsam nach Portugal aufmachen wollen. Zuerst machen wir aber noch einen Stopp mit Übernachtung in Almodóvar del Río, weil es dort eine große, sehr gut restaurierte Burg zu besichtigen gibt. Das ist mal eine Burg! Wer hier mal in der Nähe ist, vor allem mit Kindern, für den ist ein Besuch auf jeden Fall empfehlenswert! Wir inspizieren die Burg ausgiebig, man darf sich fast alles ansehen, es wird uns zu keiner Zeit langweilig. Von den Türmen hat man einen schönen Ausblick und man erfährt einige interessante Informationen, die auch auf englisch sind. Auf einem Model dieser Burg wird mit multimedialer Unterstützung ein Burgangriff dargestellt. Vor über Hundert Jahren wurde die Burg privat gekauft und jahrzehntelang aufwändig mit sehr viel Herzblut und Geld renoviert. Der Besitzer ließ sich noch eine private Wohnanlage anbauen, erlebte aber die Fertigstellung der Renovierungsarbeiten nicht mehr und konnte nie als Burgherr dort wohnen. In unserem Reiseführer steht geschrieben, dass man die Kinder „an die Hand nehmen“ soll, weil nicht alles ausreichend gesichert sei, das können wir nicht bestätigen.

 

Und jetzt noch einmal Sevilla. Da das Wetter über mehrere Tage regnerisch und windig ist, entscheiden wir uns, noch einmal einen Stellplatz mit Strom in Sevilla anzufahren. In einer großen Stadt hoffen wir auf einige Alternativen und wir finden eine: Das Acuario Sevilla. Wir sind etwas verwöhnt vom Meeresmuseum und Ozeaneum in Stralsund, damit ist dieses hier nicht zu vergleichen. Aber es ist durchaus eine Schlechtwetteralternative mit Kindern. Danach gehen wir noch zum Plaza España, die Sonne ist auch wieder da. Im Park toben die Kinder auf dem Spielplatz und eine kleine Ruderbootfahrt rundet den Tag ab.

Auf dem Weg zum Acuario Sevilla.

Hai!

Haieier mit Baby-Haien.
Nautilus

 

Nach so viel Sehenswürdigkeiten wollen wir wieder etwas Ruhe haben und fahren zu einem Stellplatz direkt am Strand, an der Grenze zu Portugal. Das offizielle Stellplatzschild können wir nicht mehr finden, es wurde wohl entfernt. Wir verbringen hier ein paar ruhige Tage am Strand, man kann hier super Fahrrad fahren und die Kinder finden den großen, fast immer leeren Parkplatz toll zum Spielen.

3 Gedanken zu „Die vorerst letzten Tage in Spanien“

  1. Das klingt ja alles wunderbar! Und so schön geschrieben!!! Kompliment! Wünsche euch noch wundervolle Erlebnisse!
    Ganz liebe Grüße!!!

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